Andreas MuhsAndreas Muhs Dokumentarfotografie
← Berlin

2026 Kurfürstendamm – Dokumentarfotografie, Fotos von Andreas Muhs

Kurfürstendamm, Berlin-Charlottenburg, 2026, 30 Fotos, analog

Die Angst vor Krawallen begann im Herbst mit den Jugendprotesten im europäischen Ausland. Neben der sinnlosen Gewalt gegen die Polizei wurden dort Geschäfte geplündert. Die Ankündigung der ersten Demonstrationen der Gen Z in deutschen Städten wurde durch Medienberichte in Endlosschleifen begleitet, dass so etwas selbstverständlich auch hier passiere. Vorsorglich und entgegen dem Rat der Behörden wollten sich vor allem die Geschäfte für Luxusartikel am Kurfürstendamm vor möglichen Angriffen schützen. Einige der Laibungen von Fenstern und Eingängen wurden in erstaunlich hoher handwerklicher Qualität mit Spanplatten ausgefüllt. Sogar die Vitrinen auf dem Gehweg verschwanden unter Holzverschalungen. Da sich die Luxusboutiquen im westlichen Teil des Kurfürstendamms konzentrieren, hat wohl auch die enge Nachbarschaft dazu geführt, dass sich alle verbarrikadiert haben. Am Samstagabend fanden die Proteste dann an anderen Orten in Berlin statt, niemand verirrte sich nach Charlottenburg. Am Sonntagmorgen fand ich dort das perfekte Symbol für einen übertrieben ängstlichen Kapitalismus.

Hasselblad SWC