2019-2020 Schatten Licht – Dokumentarfotografie: Bildserie und Fotostrecke, Fotos von Andreas Muhs
Schatten & Licht, Berlin, 2019-2020, 30 Fotos, analog
Der von der Gruppe B1 Stadtfotografen für die gemeinsame Bearbeitung ausgewählte Titel der Serie lautete „Licht, Stadt, Rand, Schatten“. Durch die Aufnahmen bei Nacht habe ich die Begriffe „Licht” und „Schatten” umgesetzt. Für die Begriffe „Stadt” und „Rand” wählte ich Aufnahmeorte, die vom Zentrum bis zu den Außenbezirken reichten. Erstmalig verwendete ich wieder eine analoge Mittelformatkamera, die Pentax 6x7. Im Jahr 2002 hatte ich zuletzt damit fotografiert und dann das gesamte System verkauft, da ich nur noch an die Digitalfotografie glaubte. Diese Fehlentscheidung holte mich nach Jahren wieder ein. Insbesondere die Objektive Takumar 105 mm und 75 mm Shift wollte ich wieder nutzen. Die Wiederentdeckung von Schwarzweißfilm und den Eigenheiten der Analogfotografie hat mich aus der Sackgasse der digitalen Fototechnik befreit. Die Entscheidung für Motiv und Perspektive fällt langsamer und konzentrierter, es muss nicht aus unzähligen Varianten am Bildschirm ausgewählt werden. Ausgangspunkt für ein analoges Foto – auch wenn es digitalisiert wird – ist der haptische Film mit seinen spezifischen Eigenschaften und seinem Filmkorn. Dabei gehörte ich selbst zu denen, die nicht glauben wollten, wie anders es ist, mit einer Analogkamera zu arbeiten. Aus dem vermeintlichen Rückschritt entwickelte sich für meine zukünftige freie Arbeit eine ungeahnte Euphorie, wie ich sie zuletzt in den Anfangsjahren erlebt hatte. Aus Schatten wurde Licht.
Pentax 6x7 + 105 mm
